Bad Nauheim erhält Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro
Pressemitteilung der Stadt Bad Nauheim - Bad Nauheim erhält für die Sanierung des Gradierbaus I samt Inhalatorium in der Zanderstraße Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Davon kommen 1.053.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XIII des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie 180.000 Euro aus dem Landesfördertopf zum Erhalt von Kulturdenkmälern.
Der Förderbescheid wurde am 16. Juli am Gradierbau I in der Zanderstraße an Bürgermeister Klaus Kreß übergeben. Diesem Akt wohnten SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin Natalie Pawlik, CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Pauls, Hessischer Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) und Landtagsabgeordnete Annette Wetekam (CDU) bei.
Insbesondere der Gradierbau I mit Inhalatorium ist ein prägendes technisches Denkmal und ein wichtiger Teil der Bad Nauheimer Kurgeschichte. Einst wurden die Gradierbauten in Bad Nauheim zur Salzgewinnung genutzt. Inzwischen dienen die fünf Bauten als Freiluftinhalatorien. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert, einer Zeit, in der die Nauheimer Saline eine der modernsten Salzfabriken Europas war.
Frische Meeresbrise
Damals wie heute ist der Vorgang gleich: Das salzhaltige Wasser (Sole) aus der Quelle wird auf die Gradierbauten gepumpt. Dort fließt es langsam die aus Schwarzdornbündeln bestehenden, bis zu zehn Meter hohen Wände hinab. Durch Wind und Sonne verdunstet dabei ein Teil des Wassers und der Salzgehalt steigt. Die feinen salzhaltigen Tröpfchen, die im Verdunstungsprozess entstehen und durch den Wind verweht werden, werden als frische Meeresbrise wahrgenommen. Bürgermeister Klaus Kreß betont die besondere Bedeutung des Bauwerks für die Kurstadt: „Die Gradierbauten sind weit mehr als historische Bauwerke. Sie prägen das Gesicht Bad Nauheims, weshalb ihr Erhalt eine Investition in unser kulturelles Erbe und in die Aufenthaltsqualität unserer Gesundheitsstadt ist. Zudem trägt die salzhaltige Luft zum Wohlbefinden der Atemwege bei.“
Bund und Land fördern gemeinsam den Erhalt des kulturellen Erbes
Die Bad Nauheimer Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik (SPD), Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Beauftragte für Antirassismus, konnte sich bei der Sanierung des Gradierbaus I wiederholt erfolgreich für Fördermittel in ihrer Heimatstadt einsetzen: „Der Bund unterstreicht mit seiner Förderung die nationale Bedeutung unserer Gradierbauten als Kulturdenkmal. Damit erhalten wir in Bad Nauheim einen wichtigen Teil dessen, was den Menschen Identifikation stiftet, Heimatverbundenheit stärkt und Geschichte erlebbar macht.“
Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) sagt: „Ich freue mich, dass Bund und Land bei diesem Projekt gemeinsam Verantwortung übernehmen. Das Land Hessen ergänzt die Förderung des Bundes mit einer Kofinanzierung von insgesamt 180.000 Euro. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen, dass die Sanierung in den kommenden Jahren umgesetzt werden kann.“
Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Pauls begrüßt die Förderung. „Die Gradierbauten stehen für die Tradition der Kurstadt und sind ein überregionaler touristischer Magnet. Deshalb danke ich allen, die sich dafür eingesetzt haben, dass Bund und Land gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Sanierungsmaßnahmen sollen bis Mitte 2028 abgeschlossen sein
Mit der Förderung von rund 1,3 Millionen Euro kann die Stadt die notwendige Sanierung des Bauwerks vorbereiten und umsetzen. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei 2,6 Millionen Euro netto und der städtische Anteil somit bei rund 50 Prozent. Die Baumaßnahme startet im September dieses Jahres. Zunächst wird die Baustelle eingerichtet und eine Baustraße angelegt. Sukzessive beginnen die Vorbereitungen für die Ausschreibungen der einzelnen Gewerke. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wird das Areal rund um den Gradierbau I samt Inhalatorium und Liegewiese im Jahr 2027 für Gäste nicht zugänglich sein. Der alte Schwarzdorn wird ausgebaut, die Holzkonstruktion ausgebessert und der Gradierbau neu bedornt. Dabei wird die Menge des Schwarzdorns auf das baulich notwendige Maß beschränkt. „Der Schwarzdorn hat eine Langlebigkeit von circa 25 Jahren und die Holzkonstruktion von etwa 50 bis 60 Jahren“, erläutert Steffen Schneider, Fachbereichsleiter Kur- und Servicebetrieb. Die Sanierungsmaßnahme soll bis Mitte 2028 abgeschlossen sein.
Info: Die Fördermittel setzen sich aus 1.053.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XIII des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Staatsminister Wolfram Weimer) und 180.000 Euro aus dem Landesfördertopf zum Erhalt von Kulturdenkmälern zusammen. Letztere wurden von Timon Gremmels (Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur) überreicht.